LTE – Bessere Abdeckung und schnellere Geschwindigkeit
LTE (Long Term Evolution) ist nach GPRS, EDGE, UMTS und HSDPA der nächste Schritt in der Mobilfunk-Kommunikation und zukünftig in Deutschland vielleicht sogar flächendeckend verfügbar.
Mit der LTE-Technologie wird jedoch nicht nur ein neues Mobilfunknetz freigeschaltet, sondern auch Internet via UMTS bzw. HSPDA auf dem Handy und auf dem Notebook Schritt-für-Schritt abgelöst. LTE wird auch als vierte Mobilfunkgeneration (4G) bezeichnet, auch wenn die Spezifikationen dafür noch nicht vollständig erreicht wurden. Das 3rd Generation Partnership Project (3GPP) bereitet die neue Technologie mit seinen Standards für den deutschen Markt vor.
Dank HSDPA sind heutzutage bereits DSL-ähnliche Geschwindigkeiten im Mobilfunknetz möglich. Die mobilen Breitbandanschlüsse können in den meisten Fällen jedoch die kabelgebundene Anschlüsse nicht ersetzen. Der Grund dafür ist auch ganz einfach: Die Kapazität der aktuellen UMTS-Netze lässt sich nicht einfach kostengünstig erhöhen, sodass sich immer mehr Nutzer die gleiche Bandbreite teilen müssen. Dadurch sinkt die Datenrate für den Einzelnen immer weiter.
Verfügbarkeit und Anbieter in Deutschland
Mit der Einführung von LTE wird es erstmals möglich, eine mobile Breitbandtechnologie anzubieten, die das Potential besitzt, aufgrund der möglichen Bandbreite und der geringen Latenzzeiten, eine echte Alternative zum DSL-Festanschluss zu werden. Davon profitieren vor allem Nutzer in Regionen, in denen bisher kein VDSL, beziehungsweise herkömmliches DSL verfügbar war. Auf der Webseite LTE-Anbieter.info können Sie die aktuelle Verfügbarkeit von LTE-Standorten in Deutschland auf einer Karte überprüfen. Noch wird LTE nur sehr begrenzt und vor allem in ländlichen Gebieten bereitgestellt.
Für LTE werden, wie es bereits bei UMTS schon der Fall war, neue Frequenzen benötigt. Diese sind durch die Umstellung auf DVB-T frei geworden und wurden zuvor für analoges Antennenfernsehen genutzt.
Das ist zum einen der 800MHz-Bereich, von 791 bis 862MHz und zum anderen der 2600MHz-Bereich, von 2500 bis 2570MHz und von 2620 bis 2690MHz. Beide können zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. So besitzt der 800MHz-Bereich eine gute Ausbreitungseigenschaft und Gebäudedurchdringung, wodurch mit einer Basisstation ein größeres Gebiet versorgt werden kann. Eine Station kann so einen Radius von bis zu 10 km abdecken. Der 2600MHz-Bereich eignet sich dagegen für größere Regionen mit hoher Einwohnerdichte. Da die Ausbreitungseigenschaft hier nicht optimal ist, sind viele Basisstationen nötig. Voraussetzung für LTE sind USB-Sticks oder Geräte, in die ein passender Empfangs-Chip bereits eingebaut ist.
Bei einer Versteigerung im letzten Jahr haben sowohl die Telekom, als auch Vodafone und o2 800Mhz sowie 2600Mhz-LTE-Frequenzen erworben. Der Netzbetreiber E-Plus konnte sich dagegen nur 2600Mhz-Frequenzen ersteigern.
Geschwindigkeit und Preise von LTE
Die vielleicht interessanteste Frage im Bezug auf die neue Datenübertragungs-Technologie ist für den Nutzer wahrscheinlich, welche Datenraten übertragen werden können. Anders als bei festen DSL-Anschlüssen können jedoch bisher keine genauen Übertragungsraten angegeben werden. Die Steigerung der Geschwindigkeit ist jedoch enorm. Schnelle HSDPA-Netze ermöglichen derzeit Datenraten von bis zu 14,4 MBit/s. In verschiedenen Tests wurden mit LTE Datenraten von über 150 MBit/s, also über zehnfacher Geschwindigkeit, erreicht. Theoretisch sind sogar Datenraten über 300 MBit/s möglich.
Diese Ergebnisse sind jedoch maximale Werte, die im Alltag erstmal wohl kaum erreichbar sind, da sich bei LTE, wie auch bei UMTS mehrere Nutzer eine Bandbreite teilen und die Distanz zur Basisstation variieren kann. Erste Preise für LTE-USB-Surfsticks und einzelne Tarife stehen schon fest. Bei Vodafone kostet der kleinste LTE-Tarif mit einer Bandbreite von bis zu 3,6MBit/s (etwa DSL 3000) jeden Monat rund 30 Euro. Eine Bandbreite von bis zu 50 MBit/s (etwa VDSL 50) kostet monatlich rund 70 Euro.